DIE BERNSTEIN – SAMMLUNG
HAMBURG – LÜBECK – OLDENBURG
„Das Gold des Nordens“
Die Versteigerung dieser herausragenden Sammlung, die über Jahrzehnte zusammengetragen wurde, erfolgt am 14.Mai 2011 durch unser Haus.
Die drei norddeutschen Gebiete „Hamburg“, Lübeck“ und „Oldenburg“ gehörten schon seit jeher zu den anspruchsvollsten Sammelgebieten der altdeutschen Staaten.
Anspruchsvoll aus zwei Gründen:
Da ist zum einen die Frage der Qualität – insbesondere Material von Lübeck und Oldenburg ist in Bezug auf die Papierbeschaffenheit äußerst empfindlich, die
Schnittqualität bei den ersten Lübeckmarken lässt oft Wünsche offen und zudem ist auch die Güte der abgeschlagenen Entwertungen nicht mit der mancher Orte
großer Flächenstaaten wie z.B. von Bayern, Preußen oder Thurn & Taxis vergleichbar, wo es ja bekanntermaßen richtige „Schönstempler“-Verwendungsorte gab.
Die BERNSTEIN-Sammlung wird höchsten Qualitätsstandards gerecht.
„Anspruchsvoll“ zum anderen, da es generell wenig Briefmaterial, insbesondere der besseren Ausgaben gibt und dies folglich nur mit einigem finanziellem Aufwand zu beschaffen ist. Auch in diesem Punkt lässt die BERNSTEIN-Sammlung keine Wünsche offen; sämtliche Ausgaben sind meist mehrfach auf Belegen vorhanden, es sind dabei allergrößte Seltenheiten enthalten, die oftmals seit einem halben Jahrhundert nicht mehr auf dem Markt waren.
Ein Auktionsvorbericht kann nur „Appetit machen“ - deshalb folgt an dieser Stelle nur stichworthaft ein Überblick über einige besonders herausragende Stücke.
HAMBURG – dies ist mit „nur“ 91 Losen das kleinste Angebot, bedingt durch die Tatsache, dass von diesem Sammelgebiet schon vor einigen Jahren ein Teil veräußert wurde.
Dennoch sind alle Spitzenstücke in ausgesucht schöner Qualität vertreten.
Wir erwähnen an dieser Stelle die drei „9 Schilling-Frankaturen“:
Die geschnittene Marke, Mi.Nr. 7, als Einzelfrankatur nach London, mit dem frühesten bekannt gewordenen Datum „19.Januar 1859“ (€ 12.000.-), desgleichen als
waagerechtes Paar auf Brief vom Februar 1859 nach New York (€ 9.500.-) und die gezähnte Marke, Mi.Nr. 18, zwei Stück zusammen mit der Nr. 11 auf Westindien-Brief nach Maracaibo (€ 15.000.-).
LÜBECK – mit 182 Positionen grandios besetzt, enthält einige allererste Seltenheiten.
Ein Brief mit der Mi.Nr. 1 und zwei Exemplaren der Nr. 2 nach Wismar zierte die Sammlung von Maurice Burrus und wurde letztmalig bei Grobe im Jahre 1965 versteigert (€ 3.500.-).
Eine der höchsten Frankaturen der geschnittenen Ausgaben, nämlich eine 12-Schilling-Frankatur aus 3x Mi.Nr. 5 nach Leipzig, startet mit einem Schätzpreis von € 2.000.-, und ein
Paar der Mi.Nr. 7 mit allseitigen „Autobahnrändern“ auf Brief nach Hamburg kostet wenigstens € 3.000.-.
Neunzig Prozent der auf dem Markt angebotenen Exemplare des prominenten Fehldrucks ZWEIEINHALB (Mi.Nr. 3 F) in gestempelter Erhaltung sind fehlerhaft oder repariert. Die BERNSTEIN-Sammlung enthält gleich zwei völlig fehlerfreie Stücke (Startpreis jeweils € 3.000.-).
Weitere Highlights sind u.a. eine phantastische Dreifarbenfrankatur aus Mi.Nr. 8 , 9 und 2x Nr.13 auf Inseratenrechnung (€ 1.500.-) und eine Postanweisung nach Kiel
mit einem Paar der Mi.Nr. 14, Startpreis € 2.000.-.
Eine bisher unbekannte Weltseltenheit stellt ein Viererstreifen der Mi.Nr. 9 B dar, der - mit Zusatzfrankatur auf einem Brief in die Schweiz - wenigstens € 10.000.-
einspielen soll. Dieser Viererstreifen ist die größte bekannte Einheit dieser Marke; selbst in der legendären Sammlung von John Boker war nicht einmal ein Paar enthalten!
OLDENBURG – das Angebot von 543 Losen ist sicherlich als sensationell zu bezeichnen. Es hat eine solch breite Offerte dieses Sammelgebietes bisher noch nie gegeben.
Einige ausgewählte Stücke seien stellvertretend genannt:
Mi.Nr. 1 im überrandigen Dreierstreifen auf Brief (€ 8.000.-); Mi.Nr. 5 als Einzelfrankatur auf Drucksache (€ 5.000.-); Mi.Nr. 8 – die 3 Groschen-Marke der 2.Ausgabe –
als Unterrandpaar auf Luxusbrief nach Frankfurt (letzter Auktionsauftritt bei Ebel/Frankfurt im Dezember 1958, Start
€ 8.000.-); Mi.Nr. 9 – der kleinste Wert der 3.Ausgabe – im Paar auf dem sogenannten „Rothschild“-Brief (€ 5.000.-); Mi.Nr. 10a im breitrandigen Dreierstreifen auf
Brief von „Apen“, der vielleicht schönste Brief mit dieser Marke, Startpreis € 10.000.- und einen Recobrief mit zwei Exemplaren der Mi.Nr. 13 nach Aurich. Recobriefe
von Oldenburg sind generell Raritäten, dieser Brief ist erst der zweite bekannt gewordene Beleg mit dieser Frankatur und wird mit € 5.000.- ausgerufen.
Eine ganze „Abteilung“ bilden oldenburgische Überseebriefe. Neben einer Dreifarbenfrankatur der letzten Ausgabe von "Brake" nach San Francisco (€ 1.500.-) finden sich allein neun Briefe aus der berühmten „Sander“-Korrespondenz von Wildeshausen nach Galona im Bundesstaat Illinois in den USA. Alle diese Briefe sind mit der durchstochenen Ausgabe frankiert, darunter einige aus den letzten Monaten der oldenburgischen Post mit Marken mit weitem Durchstich „10“, dabei auch einer von zwei bekannten Recobriefen (€ 4.000.-).
Ganzsachenausschnitte durften eigentlich nicht als Marken verwendet werden, dementsprechend selten sind die wenigen bekannt gewordenen Briefe, nämlich im Ganzen 5 (Fünf!). Das vielleicht schönste Stück, ein Ausschnitt zu 3 Groschen auf Brief nach München, kann als Provenienz ebenfalls die „Burrus“-Sammlung vorweisen (€ 10.000.-).
Den Ganzsachen Oldenburgs ist ein weiteres Kapitel gewidmet. Das „große Format“ ist immer selten, eine Rarität die Mi.Nr. U 1B. Von dieser Ganzsache ist bisher noch kein gebrauchtes Exemplar aufgetaucht, und auch von den ungebrauchten Stücken gibt es nur eine Handvoll. Ein fast aktenfrisches Stück in der BERNSTEIN – Sammlung soll € 1.500.- kosten. Ein weiteres „Traumstück“ ist eine Ganzsache U 1A mit Zusatzfrankatur der Mi.Nr. 11 und 12, nach Hamburg St. Pauli adressiert. Dieses Stück wurde einst vom Raritätenhändler Fernand Fontanez in Genf erworben und wurde unseres Wissens noch nie auf einer Auktion angeboten. Der Startpreis von € 3000.- lässt deutlichen Spielraum nach oben.
Oldenburgs Abstempelungen – eine „Königsdisziplin“!
Von „Abbehausen“ bis „Zwischenahn“ sind wohl alle oldenburgischen Postorte mit insgesamt 150 Losen vertreten, und neben den Poststempeln finden sich die ebenso seltenen –
oftmals handschriftlichen – Postablagen.
Prominente Stücke sind z.B. der Taxstempel „2 2/5“ von „Abbehausen“ (€ 180.-), der Delmenhorster „Häuschenstempel“ (gleich 3x, zu € 100.-/200.-/300.-), die Postablage „Fedderwarden“ mehrfach, u.a. auf Paketbegleitbrief (€ 250.-), der blaue Doppelkreisstempel von „Hude“ auf Luxusbrief (€ 3.000.-), dann die Postablagestempel von „Kleinensiel“ (€ 750.-) oder „Sengwarden“ (€ 1.000.-) und last but not least der Rahmenstempel mit runden Ecken von „Zetel“. Hiervon sind überhaupt nur zwei Abschläge bekannt (€ 500.-).
Freuen Sie sich mit uns auf einmalige Angebote und eine schöne Auktion!


















