Unsere 334.Auktion 10.-11.Februar 2012

Der Krimkrieg von 1854 bis 1856

Der Krimkrieg wurde von 1854 bis 1856 zwischen Russland auf der einen Seite und einem Bündnis aus Frankreich, England und dem Osmanischen Reich auf der anderen Seite ausgefochten.

Russland wollte seinen Einfluss nach Süden ausweiten und es kam zu einem Krieg, der als erster Stellungskrieg der Geschichte bekannt wurde, und der zudem auf Grund taktischer Fehler seiner Militärführer, der katastrophalen Versorgung der einfachen Soldaten und der unmenschlichen Verhältnisse in den Militärlazaretten traurige Berühmtheit erlangte.

Dokumente aus diesem Krieg gelangen in unserer 334.Auktion vom 10.-11.Februar 2012 zur Versteigerung. Augenzeugenberichte von Schlachten um Inkerman oder Alma finden sich ebenso wie gute Frankaturen und Stempel.

Erwähnenswert ein Brief an Sir Charles Russell mit einem Glückwunschschreiben für seine Verdienste. Sir Charles Russell bekam später das Victoriakreuz für seine Tapferkeit (http://en.wikipedia.org/wiki/Sir_Charles_Russell,_3rd_Baronet); der Brief ist mit einer 6d.-Marke (Mi.Nr. 5) frankiert – einer seltenen Frankatur aus dem Krimkrieg, von der nur ein halbes Dutzend bekannt geworden sind (Schätzpreis € 450.-).

Die „Illustrated London News“ berichtet in ihrer Ausgabe vom 18.11.1854 vom Todesritt der Leichten Brigade (http://de.wikipedia.org/wiki/Attacke_der_Leichten_Brigade) in der Schlacht von Balaklawa; die von uns angebotene Titelseite trägt eine österreichische Zeitungsstempelmarke mit Ankunftsstempel von Linz (€ 180.-). Berührend eine Korrespondenz von insgesamt 10 Briefen einer englischen Mutter an ihren Sohn, dabei ein Brief in das Lazarett von Balaklawa, dem als Glücksbringer und Schutzengel ein getrocknetes (Klee-)Blatt beiliegt. (Schätzpreis € 500.-).

Dann das Ende 1856 – Aufatmen in Europa - in England erscheinen Propaganda-Umschläge von Valentine unter dem Motto „The Past – The Future“, die eine friedvolle, „blühende“ Landschaft nach dem Kriegsende zeigen. Ein Ensemble von sechs Probedrucken und sechs Umschlägen in endgültiger Ausführungen soll € 750.- einspielen.

Zur gleichen Zeit, als England und Frankreich von See aus auf die Krim vorrücken, besetzt die K.u.K.-Monarchie die Donaufürstentümer Moldau und Walachei. Werden nach der Besetzung im Jahre 1854 nur Feldpostämter eingerichtet, so übernehme diese bald auch Postdienste für Zivilpersonen. Die Postanstalten bleiben teilweise auch nach Beendigung des Krimkrieges bestehen und versehen ihren Dienst als österreichische Konsulatspostämter in der Levante. Einige dieser Stempel sind größte Raritäten, so z.B. von TEKUTSCH, einem kleinen Ort im Süden der Moldau, in dem nur gut 1200 Soldaten stationiert waren. (Ein glasklarer Abschlag des Stempels auf einer Österreich-Marke 3 Kr Ausgabe 1850 soll € 2000.- erzielen). Der seltenste Stempel der österreichischen Levantepostämter ist jedoch PIATRA. Nur ein einziger Abschlag aus der Konsulatspostperiode ist bekannt geworden. Es wurde erstmalig im Jahre 1938 erwähnt und befand sich seitdem in der berühmten Sammlung von Notar Wurst, Wien. Erst im Jahre 2008 wurde das Stück erneut verkauft; aus der Sammlung „Bailev“ kommt es nun bei uns mit einem Startpreis von 2500.-- € zum Ausruf.

Österreich

Österreich ist wie immer im Katalog gut repräsentiert, von der Markenklassik bis zur Moderne. Ein „Gelber Merkur“ (Mi.Nr. 7) soll € 3000.-, sein Bruder, ein „Rosa Merkur“ (Mi.Nr. 8), € 4000.- einspielen. Ganz bemerkenswert ist ein Probedruck der „12 Kreuzer-Marke“ 1894 ohne Werteindruck (Mi.Nr. 55); die von uns angebotene Marke ist das erste bekannt gewordene Exemplar dieser Variante, es befindet sich zudem noch auf einem echt gelaufenen Eilbrief und soll wenigstens € 500.- kosten.

Schweiz

Schweiz mit insbesondere den Strubel-Ausgaben sollte ein weiteres Highlight der Auktion sein. Allein über 220 Lose entfallen auf diese Ausgaben, von den frühesten bis zu den späten Drucken. Traumhafte Exemplare mit breiten Rändern (dabei ein riesenrandiges Paar der Mi.Nr. 14 II A yo b aus der Bogenecke, € 500.-), schöne Briefe nach Übersee (z.B. ein Brief in die USA mit Nr. 13+14+18, Startpreis € 1000.-) oder Halbierungen. Spektakulär ein „Italien-Provisorium“ aus dem Jahre 1862, eine Zeitung mit 1 ½ Exemplaren der 2 Rappen-Marke (Mi.Nr. 19) von Lugano nach Cremona (Startpreis € 1000.-) oder eine Diagonalhalbierung der Nr. 14 zusammen mit ganzer Marke Nr. 14 auf Briefstück; ein literaturbekanntes Stück, das schon die Sammlung von Maurice Burrus zierte (€ 1000.-). Der Vollständigkeit halber sei zu erwähnen, dass sämtliche Stücke dieses Spezialangebotes mit – oftmals mehrfachen -Attesten versehen sind.

Deutschland

Im DEUTSCHLAND-Teil fallen drei Altdeutschland-Angebote auf, die mit Fug und Recht das Attribut „Weltseltenheit“ verdienen.

Baden Landpost 12 Kreuzer“ war schon vor 100 Jahren der Inbegriff des Wertvollen, wenn von altdeutschen Spitzenstücken die Rede war.

Eine Wertbrief-Vorderseite von BADEN nach Sinsheim mit einem in der Zähnung leicht fehlerhaften Exemplar des 12-Kreuzer-Wertes attestierte bereits im Jahre 1915 der große Baden-Kenner Carl Willadt als echt. Im Jahre 1928 wurde dieser Beleg auf der 54.Auktion von Heinrich Köhler zum Preis von 1150.- Reichsmark verkauft; dieser Zuschlagspreis entsprach mit Sicherheit einer höheren Kaufkraft als unser heutiger moderater Startpreis von € 9000.-.

Völlig einwandfrei dann eine Halbierung des 12-Kreuzer-Wertes auf einem Nachnahmebrief von SÄCKINGEN. Dieses – wohl perfekteste – Stück einer 6-Kreuzer-Frankatur hat ebenfalls einen langen Stammbaum, den wir bis zum Corinphila-Auktion aus dem Jahre 1927 zurückverfolgen können. (Startpreis € 8000.-).

Ein Juwel der HELGOLAND-Philatelie wurde erst kürzlich durch uns wieder entdeckt:

Ein Dreierstreifen der Mi.Nr. 8 b war auch der Verbandsprüferin, Frau Cornelia Brettl, bisher nicht bekannt. Wenn eine solche Einheit nun auf einem Brief aus dem Jahre 1873 – noch dazu mit seltener Zusatzfrankatur – auftaucht, darf man sicher von einer „Sternstunde“ sprechen. Vor 60 Jahren wurde dieses Traumstück in New York erworben und ruhte seitdem in einem Hamburger Tresor. Unser Startpreis beträgt € 20.000.- und sollte noch „Luft nach oben“ haben.

Wie gut die Nachfrage nach hochwertigen Briefmarken und Münzen in unruhigen (Wirtschafts-)Zeiten ist, bewies unlängst unsere Auktion vom November 2011. Umso mehr freuen wir uns, einen weiteren Investmentposten des Deutschen Reiches anbieten zu können:

Aus einem großen Nachlass, den wir bereits jetzt für das Jahr 2012 ankündigen können, stammt ein Bogensatz der 1926er-Ausgabe „Berühmte Deutsche“ (Mi.Nr, 385-97) in völlig intakter postfrischer Luxusqualität.

Der im „Michel“-Katalog notierte Wert von 110.000.- Euro berücksichtigt überhaupt nicht die teils erheblichen Aufschläge für Platten-/Walzendrucke, Hausauftragsnummern etc., die von Spezialisten bewilligt werden, so dass wir, bei unserem Startpreis von 24.000.- €, auch hier Steigerungspotential sehen.

Insgesamt gelangen über 2400 Einzellose aus allen Bereichen der Philatelie (und Numismatik) zum Angebot.

Erwähnung verdienen auch ca. 1600 Sammlungen, Posten oder ganze Nachlässe. Hier reicht die Bandbreite von vorzüglich ausgebauten Sammlungen Deutscher Sammelgebiete bis hin zu über 260 „Übersee“-Sammlungen, dabei z.B. 15 Sammlungen „China“, aber auch vielen ungewöhnlichen und selten angebotenen Objekten wie z.B. einer zweibändigen Spezialsammlung von Nicaragua mit u.a. 200 Belegen (€ 1800.-), einer Partie der „HPN-Aufdrucke“ der Philippinen aus den Jahren 1868-74 (€ 500.-) oder einer Sammlung Venezuela  „Specimen“-Aufdrucke der American Bank Note-Ausgaben aus 1882-1955 (€ 1000.-).

Ansichtskarten, Banknoten und ca. 40 Münznachlässe vervollständigen das Angebot.

Das gesamte Auktionsangebot umfasst 4.085 Positionen mit einem Schätzpreis von 1,1 Mio. Euro.

Der Katalog wird am 29.12.2011 online zu sehen sein; die gedruckte Version gelangt ab dem 3.Januar 2012 zum Versand.

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